Eretmodus cyanostictus

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  • Typusfundort: Der Typusfundort liegt im Südteil des Tanganjikasees, bei Kinyamkolo und Mbity, Sambia. Beide Ortsangaben beziehen sich auf das heutige Mpulungu bzw. auf die nähere Umgebung.

    Eretmodus cyanostictus BAULENGER, 1898


    Name: Der Artname weist auf die blauen Farbpunkte hin, die zahlreich auf dem Kopf und der oberen Körperhälfte liegen.


    Typusfundort: Der Typusfundort liegt im Südteil des Tanganjikasees, bei Kinyamkolo und Mbity, Sambia. Beide Ortsangaben beziehen sich auf das heutige Mpulungu bzw. auf die nähere Umgebung.


    Kennzeichen: Biparentaler Maulbrüter der Brandungszone. Sekundäre Geschlechtsunterschiede sind nicht vorhanden. Die Körpergestalt ist gestreckt, mäßig hochrückig und das Maul ist stark unterständig. Die rötlichen Zähne sind gut sichtbar. Neben einigen geringen Abweichungen in der Körperform und minimalen zu vernachlässigenden Unterschieden bei den Zählwerten außer bei Spathodus marlieri, sind es die Zähne, die bei den Grundelbuntbarschen des Tanganjikasees Aufschluss über die Gattungszugehörigkeit geben. Eretmodus cyanostictus besitzt spateiförmige Zähne, die im Unterkiefer in drei Reihen und im Oberkiefer in zweiReihen angeordnet sind.


    Gesamtlänge: Die Art erreicht in der Natur eine Gesamtlänge von etwa 8 Zentimetern, im Aquarium auch bis 10 Zentimetern.


    Verbreitung: Wissenschaftlich belegte Fundorte finden wir bei Kapampa, Kabimba und Uvira, in Kongo sowie an der sambischen Küste. An den geeigneten Standorten oft zahlreich anzutreffen. An der Küste von Burundi und am zentralen Ostufer des Tanganjikasees kommt Eretmodus cyanostictus in je einer geografischen Farbrasse vor. KONINGS (1988) schließt nicht aus,dass die hier als Farbrassen vorgestellten Arten eventuell Unterarten oder eigenständige Arten sind. Die bei diesen Cichliden für die Bestimmung herangezogene Zahnstruktur zeigt aber keinerlei Abweichungen zur Typusart. Ferner sind die Tiere, die aus Uvira stammen und die POLl (1956) als Eretmodus cyanostictus eingestuft hat, mit der Art aus Burundi identisch.


    Lebensraum: Eretmodus cyanostictus lebt im Litoral über felsig-steinigem Bodengrund. Die größtenteils rundgeschliffenen zum Teil im Sand eingebetteten, taust- bis fußballgroße Steine, liegen dicht an dicht und sind mit einem grünbraunen Algenrasen bewachsen, in dem wiederum die verschiedensten Mikroorganismen ihre Lebensgrundlage finden. Algen und die darin existierenden Kleinlebewesen wer-· den als Aufwuchs· bezeichnet. Crundelbuntbarsche wie Eretmodus cyanostictus leben in sehr seichtem Wasser. Schon wenige Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche können Jungfische zwischen den Steinen beobachtet werden. Das obere Verbreitungsgebiet für die adulten Tiere liegt bei etwa 30 Zentimetern Wassertiefe und unterhalb von 180 Zentimetern werden, diese Buntbarsche kaum angetroffen. Die paarweise oder einzelgängerisch lebenden Tiere schwimmen nie lange Distanzen, sondern halten sich ortsgebunden auf und verteidigen das Revier gegen Artgenossen oder andere Eindringlinge.


    Ernährung: Die Art ernährt sich vom Aufwuchs und den darin befindlichen Mikroorganismen.


    Verhalten und Fortpflanzung: Sehr starke innerartliche Aggression. In der Natur gewöhnlich paarweise oder einzeln anzutreffen, stets revierverteidigend. Die Art gehört zu den paarbildenden, biparentalen Maulbrütern. Abgelaicht wird auf einem festen Substrat, in der Regel ist dies eine flache, zum Teil schräg stehende Steinplatte. Nach einer längeren Einstimmungsphase, in der die Tiere sich gemeinsam durch das Becken bewegen, geht das Paar in ein Kreisschwimmen über, bei der auch in T-Stellung verharrt wird, das heißt, dass der Körper des einen Tieres in 90 Grad Stellung zum Körper des Partners steht. Der Kopf befindet sich in der Regel auf Höhe der Anale, dort wo auch in etwa die Genitalöffnung sitzt. Das Weibchen setzt ein oder nur wenige Eier ab und nimmt diese sofort ins MauI. Die Befruchtung findet erst beim nächsten Umkreisen statt. Die Zeremonie wiederholt sich mehrfach, bis sich 15-25 Eier im Maul befinden. 9-12 Tage trägt nun das Weibchen die Verantwortung, während das Männchen stets in der Nähe bleibt. Ab dem achten Tag interessieren sich beide Tiere nun noch mehr für einander und das Weibchen ist bereit, die Larven an das Männchen zu übergeben. 1, 2 oder 3 Larven wechseln zeitgleich das Elterntier. Hierbei steht sich das Paar meist Maul an Maul gegenüber, oft schwimmt auch ein Tier etwas oberhalb des Partners. Bis alle Larven gewechselt haben, kann eine halbe Stunde vergangen sein. Das Männchen trägt die Jungfische 5-8 Tage, manchmal sogar bis zu 10 Tage im Maul. Wenn das männliche Tier die Nachkommen aus dem Maul entlässt, gibt es dorthin kein Zurück mehr. Die Kleinen verschwinden zwischen den Steinen. Eine Anfälligkeit der Jungen gegenüber Bodenverschmutzungen, evtl. auch Bodenversalzungen, konnte festgestellt werden. Die Aufzucht ist mit frisch geschlüpften Artemia Nauplien möglich.


    Aquaristische Hinweise: Nicht unbedingt die Größe des Aquariums ist entscheidend für eine erfolgreiche Pflege, sondern das Zusammenpassen eines Paares und die Toleranz gegenüber Artgenossen. Eine Beckeneinrichtung sollte folgendermaßen aussehen: Übereinandergeschichtete, nicht scharfkantige Steine sind so zu platzieren, dass im Aquarium Höhlen, Versteckmöglichkeiten, Sichtbarrieren und Reviere entstehen. Als Bodengrund ist feiner bis mittelgrober, nicht zu heller Sand zu wählen. Auch wenn sich die GrundeIbuntbarsche vom Aufwuchs ernähren, werden hartblättrige Pflanzen nicht beschädigt. Als Beckenbegleitfische sind Aufwuchsfresser geeignet. Mit den Cichliden aus der Gattung Tropheus und Petrochromis liegt man goldrichtig. Grundelbuntbarsche sind aber auch so anpassungsfähig, dass Fadenmaulbrüter der Gattung Ophthalmotilapia, Cunningtonia und Cyathopharynx, sowie Kärpflingscichliden der Gattung Cyprichromis und Paracyprichromis vergesellschaftet werden können. Pro Aquarium ist es ratsam, nur eine Grundelbuntbarsch-Art zu halten, da die Lebensansprüche sehr ähnlich sind. Als Futtermittel kommen für die Grundelbuntbarsche Salinenkrebse, weiße und schwarze Mückenlarven (selten), Cyclops und Wasserflöhe in Betracht. Diese Futtersorten müssen nicht unbedingt als Lebendfutter vorrätig sein, sondern können aus der Tiefkühltruhe stammen und sollten vorher gutaufgetaut werden. Gierig wird auch gutes Qualitätsflockenfutter angenommen, wobei auf einen hohen Anteil pflanzlicher Beimengungen geachtet werden sollte.

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