Tropheus duboisi

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hier geht es um deren Haltung, Zucht und Pflege.
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  • Name: Die Art wurde A. Dusors gewidmet, der die Tiere an der Nordwestküste entdeckte.

    Typusfundort: Der Typusfundort liegt bei Bemba in Kongo.

    [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi MARLlER, 1959





    Name: Die Art wurde A. Dusors gewidmet, der die Tiere an der Nordwestküste entdeckte.



    Typusfundort: Der Typusfundort liegt bei [lexicon]Bemba[/lexicon] in [lexicon]Kongo[/lexicon].



    Kennzeichen: Sieht man einmal von den etwas länger ausgezogenen [lexicon]Ventralen[/lexicon] der Männchen und der zeitlich späteren Umfärbephase der Weibchen ab, so gibt es keine sekundären Geschlechtsunterschiede. Die [lexicon]Anale[/lexicon] besitzt meist 5, selten 6 [lexicon]Hartstrahlen[/lexicon]. Die Färbung dieser Tiere ist einmalig. Aus dem Maul entlassene Jungtiere zeigen auf dunkel gefärbtem Körper kleine weiße bis weißblaue Punkte, die anfangs auf den Körperseiten unterbrochene Linien bilden. Die vertikalen Streifen verschwinden nach wenigen Tagen. Ab etwa fünf Zentimeter Länge färben zuerst die Männchen um. Dieses geht nicht von heute auf morgen, sondern erstreckt sich über mehrere Wochen und bei den Weibchen oft über mehrere Monate. Der Kopf wird nun schieferblau und auf der Körperseite erstreckt sich ein vertikal verlaufendes, weißes oder weißgelbes Band, welches je nach Vorkommensgebiet in der Breite variiert. Bis auf die [lexicon]Caudale[/lexicon], ist die Basisder anderen Flossen in der Regel hellblau gefärbt.



    Gesamtlänge: Bis zu 12 Zentimeter groß werdende Art, Weibchen etwas kleiner.



    Verbreitung: Die Verbreitung beschränkt sich auf wenige, zum Teil weit voneinander getrennte Gebiete. Neben [lexicon]Bemba[/lexicon] am Nordwestende des Sees, konnte die Art auch nördlich von [lexicon]Kigoma[/lexicon] und weiter südlich bei [lexicon]Maswa[/lexicon] sowie bei der Insel [lexicon]Karilani[/lexicon] nachgewiesen werden.



    Lebensraum: [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi lebt in den felsigsteinigen Biotopen ab etwa drei Meter Wassertiefe. Die maximale vertikale Verbreitung liegt bei ca. fünfzehn Metern. Es besteht demnach zu [lexicon]Tropheus[/lexicon] moorii, [lexicon]Tropheus[/lexicon] spec. aff. moorii und [lexicon]Tropheus[/lexicon] brichardi ein Unterschied in der Auswahl der bevorzugten Lebensräume. Letztgenannte Arten werden bereits ab einem oder zwei Meter Wassertiefe angetroffen. [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi hält sich zudem einzelgängerisch oder "paarweise" auf, wenngleich die Tiere keine Paare bilden. [lexicon]Tropheus[/lexicon] moorii und [lexicon]Tropheus[/lexicon] spec~ aff. moorii kommen in den geeignete Biotopen in großer Anzahl vor. Zeitweise gehen diese in großen Fressgruppen auf Nahrungssuche. Ein solches Verhalten ist von [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi nicht bekannt.,



    Ernährung: [lexicon]Aufwuchsfresser[/lexicon]. Die Art ernährt sich von dem Algenüberzug, der den Steinen besonders in den oberen Wasserzonen anhaftet. Neben Faden- und Kieselalgen werden auch Mikroorganismen sowie geringe Mengen Sedimentstoffe aufgenommen. Dank des unterständigen Maules ist es den Tieren möglich, in fast horizontaler Lage die Steine abzuweiden.



    Verhalten und Fortpflanzung: Die Art gehört zu den agamen, ovophilen Maulbrütern, mit ausgesprochen starker, innerartlicher Aggression. Eine erfolgreiche Pflege kann paarweise erfolgen. Besser ist aber eine Vergesellschaftung in einer großen Gruppe, wenngleich auch diese Form der Hälterung nicht ohne Probleme ist. So kann eine Gruppe jahrelang gut miteinander "harmonieren" oder urplötzlich von einem Tyrannen langsam aber allmählich dezimiert werden. Trennt man die Gruppe oder nimmt einzelne verfolgte Tiere oder gar das Alpha-Männchen aus dem Aquarium heraus, kann eine Situation eintreten, die verheerende Auswirkungen hat. Eine voneinander getrennte Gruppe lässt sich später nur äußerst schwierig wieder zusammenbringen. Dieses. kann erleichtert werden durch eine komplette Neugestaltung der Aquariumeinrichtung oder dem Hinzufügen einer großen Anzahlsich nicht kennender Tiere. Einzelne, verfolgte Tiere werden, wenn sie erst einmal aus dem Aquarium entfernt wurden, in vielen Fällen nicht wieder zu integrieren sein. Wird das Alpha-Männchen vorübergehend in "Einzelhaft" genommen, versucht sofort das zweitstärkste Männchen den ersten Platz einzunehmen. Da aber auch die anderen Tiere versuchen werden in der Hierarchie aufzusteigen, ist es möglich, dass in den nächsten Tagen die gesamte Struktur der Gruppe durch Kämpfe neu geregelt wird. Einige durch Verletzung oder Kampf geschwächte Tiere werden dann regelrecht "durchgereicht" und selbst von vermeintlich schwächeren Artgenossen verjagt. Sollte sich dieses Tier erholen,wird es versuchen, wenn es stark genug ist,innerhalb der Gruppe wieder einen höheren Rang einzunehmen. Auch dieses geht natürlich nicht ohne Kämpfe ab. Um so schwächer der Gegner ist, desto weniger heftig ist die Auseinandersetzung. [lexicon]Tropheus[/lexicon]-Arten, wie auch etliche andere Cichliden-Arten, haben ein recht ausgeprägtes Kampf- und Demutsverhalten entwickelt. Schwache Tiere versuchen stärkeren Artgenossen aus dem Wege zuschwimmen. Wird die Bedrohung zur Gefahr zeigen unterlegene Tiere, in dem sie sich auf die Seite legen, ihre ungeschützte Bauchfläche. Oft geht dies mit einem Beschwichtigungszittern einher. Hierbei krümmen die Cichliden ihren Schwanzstiel ab und zittern in schneller Folge mit der [lexicon]Caudale[/lexicon]. Ranggleiche Tiere messen sich mit Breitseit drohen. Die Flossenwerden aufgestellt und die Arten stehen Seite an Seite und verteilen mit der Schwanzflosse Wassermengen in Richtung des Kontrahenten. Das Maulzerren ist eine Form der gesteigerten Aggression. Die Gegner verbeißen sich in Ober- und Unterlippe und versuchen, den Widersacher aus dem Revier zu drängen; dabei geht es nicht nur horizontal sondern auch vertikal hin und her. Gibt keinesder Tiere nach, kommt es zum Beschädigungskampf. Die Rivalen versuchen sich gegen seitig in die Flanken oder die Flossen zu beißen. Oft drehen sich die Nebenbuhler in schneller Folge im Kreis. Die [lexicon]Tropheus[/lexicon] können sich mit ihren zwei- und dreispitzigen Zähnen in kürzester Zeit Verletzungen der Flossen und Körperseiten herbeiführen. Eine Vergesellschaftung verschiedener [lexicon]Tropheus[/lexicon]-Arten kann die starke innerartliche Aggression etwas dämpfen. Es muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass nur die Arten zusammen gepflegt werden, die nicht miteinander kreuzen. Ausgeschlossen ist dieses mit folgenden Kombinationen: [lexicon]Tropheus[/lexicon] moorii - [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi [lexicon]Tropheus[/lexicon] annectens; [lexicon]Tropheus[/lexicon] brichardi [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi - [lexicon]Tropheus[/lexicon] moorii; [lexicon]Tropheus[/lexicon] spec. aff. moorii - [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi - [lexicon]Tropheus[/lexicon] annectens. Nicht miteinander gepflegt werden sollten [lexicon]Tropheus[/lexicon] brichardi - [lexicon]Tropheus[/lexicon] spec. aff. moorii und Geovarianten der einzelnen Arten. Das Aquarium sollte eine Grundfläche von mindestens 150 x 60 Zentimeter besitzen. Männchen und Weibchen kommen nur zur Fortpflanzungszeit zusammen. Die [lexicon]Brutpflege[/lexicon] wird allein vom Weibchen ausgeführt.



    Aquaristische Hinweise: Cichliden der Gattung [lexicon]Tropheus[/lexicon] benötigen grundsätzlich ein sehr geräumiges Aquarium. Die Beckeneinrichtung sollte mit einzelnen großen Feldsteinen oder ähnlichem versehen sein. Hierbei ist darauf zu achten, dassdie Steine so platziert sind, dass Sichtbarrieren, verschiedene Reviere, Unterstände und Versteckplätze entstehen. Ein Bodengrund aus mittelgroben, beige-bräunlichem Flusssand entspricht in etwa dem, was wir im [lexicon]Tanganjikasee[/lexicon] vorfinden. Weich blättrige Pflanzen werden von den [lexicon]Tropheus[/lexicon]-Arten angefressen,aber auch hartblättrige Pflanzen haben einen schweren Stand bei diesen Aufwuchsfressern . Eine Vergesellschaftung ist mit den Cichliden der Gattung Petrochromis, den Grundelbuntbarschen aus den Gattungen Eretmodus, Spathodus und Tanganicodus sowie den Simochromis-Arten zu empfehlen. Diese Cichliden lassen sich problemlos mit Iropneus einander pflegen,da sie robust sind und ähnliche Nahrungsansprüche stellen. Will man Höhlenbrüter vergesellschaften, so eignen sich besonders die [lexicon]Julidochromis[/lexicon]-, [lexicon]Chalinochromis[/lexicon]- und [lexicon]Telmatochromis[/lexicon]-Arten.



    Geografische Variation: [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi "[lexicon]Karilani[/lexicon]" Von der [lexicon]Karilani[/lexicon] Insel, bei [lexicon]Magambo[/lexicon] aus [lexicon]Tansania[/lexicon] stammt diese Variante, die durch eine besonders schmale, schneeweiße Binde auffällt.



    [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi "[lexicon]Kigoma[/lexicon]" Südlich der Grenze von [lexicon]Burundi[/lexicon] fängt der Lebensraum der "[lexicon]Kigoma[/lexicon]-Variante" an. Das Verbreitungsgebiet ist ausgesprochen groß und endet erst bei der Ortschaft [lexicon]Kigoma[/lexicon]. Die Art teilt den Biotop mit [lexicon]Tropheus[/lexicon] brichardi. Die Körperfärbung istähnlich wie bei den Tieren vom Typusfundort, nur, dass in die Binde etwas breiter ist und im oberen Bereich zum Teil gelblich gefärbt



    [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi "[lexicon]Maswa[/lexicon]" Südlich des [lexicon]Malagarasi[/lexicon]-Flusses bis auf Höhe vom Cape [lexicon]Kabogo[/lexicon] liegt das Verbreitungsgebiet des wohl prächtigsten [lexicon]Tropheus[/lexicon] duboisi. Als der Verfasser 1989 tansanische Bürger nach der Bezeichnung [lexicon]Maswa[/lexicon] fragte, bekam er nur mitleidiges Lächeln. Ein Bootsmann der aus dieser Gegend stammte erzählte, dass es sich um eine Ortsangabe handelt, die sich auf ein Kloster bezieht.



    Anmerkungen: Trotz der weit auseinander liegenden Fundorte der verschiedenen Rassen, gibt es in der Färbung kaum Unterschiede.



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